Im Juni 2024 sind Max und Miro, beides Kastrate, eingezogen. Die beiden sind zahm und sehr soziale Tiere. Insbesondere Max mag es am Bauch gekrault zu werden: dann legt er sich hin, schliesst die Augen und geniesst. Auch bei unseren täglichen Weidespaziergängen suchen sie die Nähe und folgen uns noch so gerne.
Im Sommer weiden sie und sobald die Tage kürzer werden und die Temperaturen fallen, beginnen sie zu Wühlen und die Wurzeln zu fressen. Der Wert so umgepflügter Flächen wird leider immer noch verkannt. Tatsache ist jedoch, dass schon im darauf folgenden Frühjahr solche Stellen wieder zuwachsen, jedoch mit einem vielseitigeren Pflanzenbestand als zuvor, was die Biodiversität fördert. So konnten wir die Ansiedelung vom Hohlzahn beobachten, der wiederum im Herbst mit seinen schmackhaften Samen eine wunderbare Futterquelle für die Vögel darstellt.
Sie werden zweimal täglich mit Kleie von der Maismühle Näfels, angefallenem Rüstabfall und in der Vegetationsperiode mit einer kleinen Extraportion Grünfutter, v.a. Brennnesseln, gefüttert. Die Mengen sind klein, da die Fütterung primär der Sozialisation und Zahmheit dient. Die Weiden sind genügend gross und nahrhaft. In den Wintermonaten bekommen sie anstelle des Grünfutters Futterlaub in Form von Schneitellaub und Falllaub.
Als Einstreu verwenden wir getrocknete Gräser unserer Feuchtwiesen sowie Falllaub. Da die Schweine bei Freilandhaltung auf der Weide ihr Geschäft erledigen, reicht es, den Einstreu einmal pro Jahr zu wechseln.
Gärtner und Landschaftspfleger
Unsere beiden Wollschweine sind ausgezeichnete Landschaftspfleger und Gärtner.
Sie pflegen unsere Feuchtwiesen, indem sie bspw. die Wasserflüsse veränderen und dadurch wieder Lebensräume für andere Tiere schaffen. So konnten wir beobachten, dass sich neu Frösche angesiedelt haben. Auch zur Bekämpfung von Brennnessel- und Brombeerhainen sind sie unverzichtbar. Indem sie ab Herbst die Wurzeln fressen, bringen sie diese nachhaltig zum Verschwinden.
Das natürliche Wühlverhalten der Schweine nutzen wir bewusst auch zur Anlegung neuer Gemüsebeete. Sie sind dann Pflug und Düngemaschine in einem. Wo Max und Miro vorher waren, wächst auch das Gemüse gut!